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Bouznika Bouznika ist männlich
Midnight is where day begins




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Whenever the sun rises - Rashida & Bouznika Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Die Sonne stand hoch, vielleicht sogar an ihrem höchsten Punkt für diesen Tag. So sicher war ich mir nicht, denn der nahende Winter machte mich ein wenig zeitlos. Es mochten Wochen oder auch Monate vergangen sein seit ich mich zuletzt mit Pferden der Herde unterhalten hatte. Wild kam mir als erstes in den Sinn. Was die hibbelige Jungstute nun wohl trieb? Hoffentlich war sie als Tochter der Leitstute nicht zu sehr unter Druck gesetzt worden... Leise seufzend dachte ich an ihren bekümmerten Blick der davon zeugte, wie gefangen sie sich zuletzt gefühlt hatte. Ich hoffte sehr das es ihr mittlerweile in ihrer Position besser ging und nahm mir fest vor sie baldigst aufzusuchen. Schnaubend hob ich das markante Haupt aus dem gelblich verfärbten Steppengras und sah mich aufmerksam um. Das Gebiet war weitläufig und eben, kein Pferd weit und breit. Ich war völlig allein. Nein, nicht ganz. Im Geiwrr der vielen Halme rannte eine Maus unter mir hindurch und für einen Sekundenbruchteil dachte ich es handle sich hier um den truen Gefährten Rashidas, dem frechen Wüstenfuchs. Rashida... Nein Bouznika, heute keine faulen Ausreden, heute würde ich sie suchen! Wiederwillig peitschte ich den Schweif auf und setzte mich in Bewegung, stritt gedanklich mit mir selbst. Warum sollte ich sie suchen? Sie hätte ja auch auf die Idee kommen können das ich den Großteil meines Lebens in Wüstenähnlichen Bereichen verbrachte. Sie wusste wo sie mich finden konnte! Schnaubend trabte ich an und verfiel nach einigen Metern in Galopp. Die harten Stängel des vertrockneten Grases schlugen unangenehm an meine langen Beine, doch ich war viel zu tief in Gedanken versunken um mich zu ärgern, wurde sogar noch schneller. Sie suchte mich wahrscheinlich nicht, weil ich mich zuletzt wie ein Idiot aufgeführt hatte. Ich hatte bestimmt allen Respekt den sie mir gegenüber empfand eingebüßt indem ich ihr gestanden hatte wie sehr sie mir mittlerweile ans Herz gewachsen war. Pf, sogar in die Berge war ich mit ihr gelaufen! DIE BERGE! Voller Wut warf ich den Kopf in den Nacken und bremste erst ab, als ich die ersten Pferdesiluetten in der Ferne ausmachen konnte. Nicht weit entfernt lag der Herdenplatz. Abrupt rammte ich meine harten Hufe in den staubigen Boden und hielt so schnell es ging an bevor ich die imaginäre Grenze der Steppe übertrat. Mein Blick fixierte die Herde in der Ferne und mir wurde anders zumute. Vielleicht wollte sie mich auch gar nicht sehen? - Ich schüttelte hastig das Worst-Case-Szenario ab und entsandte stattdessen ein tiefes, hengstiges Wiehern ins Tal vor mir. Vielleicht erhielt ich ja Antwort...

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12.11.2014 13:22 Bouznika ist offline Email an Bouznika senden Beiträge von Bouznika suchen Nehmen Sie Bouznika in Ihre Freundesliste auf
Rashida Rashida ist weiblich
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Mein Leben war eine Endlosschleife. Wann genau war ich eigentlich so langweilig geworden? Ich fühlte mich hier gefangen, und trotzdem kehrte ich diesem Ort nicht den Rücken, zog nicht weiter, wie ich es sonst immer getan hatte. Dabei wusste ich nicht einmal, was mich hielt. Jamaica und Don Juan hatten der Herde für alle Ewigkeit den Rücken gekehrt und Bouznika.. seit unserer letzten Begegnung in den Bergen hatte auch er sich nicht mehr blicken lassen. Tja, es war immer wieder dasselbe - mit ihm und mit allen anderen Männern. Dennoch konnte ich mich nicht dazu durchringen, mein Glück anderswo zu versuchen. Mir gefiel es hier, ich fühlte mich wohl und außerdem nahte der Winter. Ich wollte nicht allein auf Reisen sein, wenn der erste Schnee fiel, denn dann wurde es immer schwerer, sich irgendwo zu verstecken. Nicht, dass ich Angst gehabt hätte, aber ich war auch nichtk komplett dämlich und nahm diese Gefahr durchaus ernst. "Aber im Frühling dann", murmelte ich, wie zu mir selbst. Fyrok hob überrascht den Kopf und blickte zu mir auf. "Was ist dann?", fragte er und ich lächelte kurz. "Dann ziehen wir weiter und lassen diesen müden Haufen endlich hinter uns, meinst du nicht auch?" Ich sah ihn fragend an. Natürlich war mir seine Meinung wichtig, schließlich gab es uns nur im Doppelpack und ich setzte mich ungern einfach so über seine Belange hinweg. Er musste eine Weile überlegen, dann nickte er zögernd. "Ja, du hast recht", fand er. "So alt sind wir dann doch noch nicht, dass wir schon sesshaft werden müssten." Das stimmte! Es gab noch so viel auf der Welt, was wir noch nicht gesehen hatten. Und irgendwann würde es zu spät sein und ich würde all das bereuen, was ich hatte sausen lassen.
Meine Hufe hatten mich wieder einmal in die Steppe getragen, die jetzt im Herbst zwar ziemlich trostlos aussah, aber dennoch fühlte ich mich hier am wohlsten und irgendwie am meisten zu Hause. Ich schlenderte durch das absterbende Gras und der kleine Wüstenfuchs huschte behände hinter mir her. Der Wind zerrte an meiner Mähne und die Luft roch nach Schnee. Wie lange es wohl noch dauern würde, bis der Winter mit seiner kalten Herrschaft über uns hereinbrechen würde?! Ich hob den Kopf, schloss kurz die Augen und verlor mich ganz in dem Moment. Bis mich ein lautes Wiehern aus meinen Gedanken riss. Eine Stimme, die ich nur allzu gut kannte! Überrascht riss ich die Augen auf und begann, mich suchend umzusehen, bevor ich in einen raschen Trab fiel und in die Richtung lief, aus der der Laut gekommen war. Das klang doch ganz nach Bouznika! Und tatsächlich, am Horizont erschien eine dunkle Gestalt, die flott näherkam. Ich hielt ihm entgegen und als wir uns fast erreicht hatten, gab es keinen Zweifel mehr. Der schwarze Hengst war er! Ein Lächeln zierte meine Lippen, ich freute mich ehrlich, ihn wiederzusehen, auch wenn er wie immer sang- und klanglos abgerauscht war. Aber es war sein Leben. Er war mir keine Rechenschaft schuldig. "Na hallo", grüßte ich fröhlich und Fyrok bellte heiser.

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I shine even on a rainy day!


Ich brauch mehr Platz und frischen Wind,
ich muss schnell woanders hin
sonst wachs ich hier fest.


Ich mach 'nen Kopfsprung durch die Tür,
ich lass alles hinter mir, hab was Großes im Visier,
ich komm nie zurück zu mir...

12.11.2014 14:17 Rashida ist offline Email an Rashida senden Beiträge von Rashida suchen Nehmen Sie Rashida in Ihre Freundesliste auf
Bouznika Bouznika ist männlich
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Die Helle Stute hielt wie aus dem Nichts auf mich zu - eine Fata Morgana? Eine Einbildung? Eine Haluzination?! Etwas geschockt stolperte ich beinahe über meine eigenen Läufe, mit so einer raschen Reaktion hatte ich wirklich nicht gerechnet, doch mein Herz machte einen Sprung vor Freude." Rashida!", sprach ich ihren Namen voller Freude und lächelte sie an bevor ich sie beiläufig musterte. Wir hielten voreinander und ihr kleiner pelziger Gefährte gab ein heißeres Bellen von sich. Der klang des Raubtieres war immernoch ungewohnt für mich, augenblicklich ging mir ein unwohler Schauer über den Rücken. Ich würde mich vielleicht nie daran gewöhnen das es diese spektakuläre Art der Freundschaft geben konnte.
"Fyrok", grüßte ich ihn trotzdem und schenkte ihm ein aufrichtiges Lächeln, bevor ich mich wieder auf Rashida konzentrierte. Sie sah gut aus, wie eh und je. Die Zeit ohne mich hatte ihr offensichtlich nicht geschadet und so wie ich es deuten konnte, roch sie auch nicht markant nach Hengst - warum interessierte mich das immernoch? Still seufzte ich und legte leicht beschämt den Kopf schief." Ich freue mich dich wiederzusehen... es ist viel Zeit vergangen." erklärte ich mit einem bedauernden Tonfall, verhaarte mit dem Blick in ihre großen, funkelnden Augen. Ob sie mir nun gleich unschöne Dinge an den Kopf warf? Oder freute sie sich einfach, wie ihre Mimik es jetzt zumindest noch verriet? Zwar war ich ziemlich unschlüssig, hoffte dennch inständig das Beste.

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13.11.2014 09:38 Bouznika ist offline Email an Bouznika senden Beiträge von Bouznika suchen Nehmen Sie Bouznika in Ihre Freundesliste auf
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Bouznika freute mich sichtlich mich zu sehen, was mir außerordentlich gut tat. Endlich wieder einmal jemand, der meine Gesellschaft zu schätzen wusste! Außer Fyrok natürlich. "Da sagst du was, Bouz", erwiderte ich und schüttelte mir den schwarzweißen Schopf aus den Augen. Es war wirklich eine Ewigkeit her, dass ich den Rappen das letzte Mal gesehen hatte. Wo er sich in der Zwischenzeit wohl herum getrieben hatte? Aber das ging mich nichts an. Er war wieder da, das war das einzige, was zählte. Und es freute mich, dass er sich nicht ganz gegen uns, also mich und die Herde, entschieden hatten. "Schön, dass du wieder da bist", musste ich zugeben. "Du bringst hoffentlich wieder ein bisschen Action in diesen müden Haufen!" Meine Augen funkelten herausfordernd. "Wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen? Ich hab einen echt komischen Typen kennengelernt." Mit leichtem Unwohlsein erinnerte ich mich zurück an Dawn Treader, der erst so nett gewesen war, dann so ätzend, und dann wieder völlig hilflos. Ich war aus ihm nicht schlau geworden, aber vielleicht war er ja wirklich krank, so wie wir beide in unserem Gespräch vermutet hatten. Ob er wohl in der Zwischenzeit ein Heilmittel gefunden hatte? Lebte er überhaupt noch in diesem Gebiet? Ich hatte ihn nicht mehr wieder gesehen, mir aber auch keine großen Gedanken mehr um ihn gemacht. Aus den Augen, aus dem Sinn...
Mit Bouznika war es da schon anders, er spukte immer mal wieder in meinem Kopf herum, aber wir beide hatten ja auch schon mehr miteinander erlebt und ihn bezeichnete ich wirklich als Freund. Der einzige unter den Pferden, der mir noch geblieben war. Ich hielt Fyrok ja in allen Ehren und liebte den kleinen Kerl auch über alles, aber er hatte nicht für all meine Belange ein Gespür. Er war eben ein Fuchs, was mich ja sonst nie störte, aber er verstand eben nicht alles, was in mir vorging. Bouznika mit Sicherheit auch nicht, der war ja auch nur ein Mann, aber er gab mir einfach das Gefühl von Zugehörigkeit. Wenn ich an ihn dachte, dann wusste ich einfach, dass ich egal wann zu ihm kommen konnte. Er würde für mich da sein. Wenn er denn gerade auffindbar war!

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19.11.2014 18:47 Rashida ist offline Email an Rashida senden Beiträge von Rashida suchen Nehmen Sie Rashida in Ihre Freundesliste auf
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Schmunzelnd lauschte ich Rashidas euphorischer Stimme. So wie es schien hatte sich die Herde kaum gebessert- noch immer bot sie keine rechte Herausforderung für uns Wüstenpferde. Ja, irgendwie waren wir beide uns in unseren Ansprüchen sehr ähnlich. Da wo es uns nicht gefiel zog es uns fort in die Ferne - nur was uns immer wieder wie Planeten in der Umlaufbahn der Feuerschweifherde hielt vermochte ich nicht zu sagen. " Es ist ziemlich ruhig hier geworden, nicht?", stellte ich mehr fest und warf einen bedauernden Blick über ihre Schulter zurück zur Herde. "Ha, was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Die Leitung übernehmen und die Herde in neue Gefilde treiben?!", ein amüsiertes Lachen entkam mir. Allein die Vorstellung heiterte mich jedoch gewaltig auf bis sie mir die Frage nach meinem Verbleib erzählte. Wo war ich gewesen? Leise schnaubte ich, spielte mit den Muskeln unter dem pechschwarzen Schulterfell." Ich habe jemanden gesucht.", antwortete ich knapp. Dass ich die herrschsüchtige Schwarze gesucht hatte, die eine ganze Herde mit ihren Hengsten ins Verderben gestürzt hatte, wollte ich nicht unbedingt herausposaunen. Auch dass ich nach Gabbana Ausschau gehalten hatte war nicht wirklich erzählenswert. Stattdessen neigte ich den Kopf schief und sah sie entschuldigend an." Vermutlich wäre ich besser dran gewesen wenn ich bei dir geblieben wäre. Durch dich bin ich immerhin zu meinem neuen Lieblingshobby Berg steigen gekommen!", scherzte ich und lachte tief. Mit Rashida konnte man doch einiges erleben, auch wenn es mich nicht unbedingt zurück in die kalte Bergluft zog, so wäre mir ein derartiger Ausflug tausendmal lieber gewesen als die Einsamkeit der ich mich im vergangenen Jahr ausgesetzt hatte. Völlig umsonst, nebenbei bemerkt. Mir waren zwar ein paar Pferde begegnet, jedoch hatte keines von ihnen Ahnung von den Gesuchten noch waren sie selbst interessant genug um mich länger als ein paar Wochen an einem Ort zu halten. " Ich bin trotzdem irgendwie froh hier zu sein. Es ist ein beschauliches Nest für einen alten Gaul wie mich", fuhr ich fort und wölbte demonstrativ den langen Hals. Sie sollte bloß nicht denken dass ich das ernst meinte! Pf!

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26.11.2014 09:17 Bouznika ist offline Email an Bouznika senden Beiträge von Bouznika suchen Nehmen Sie Bouznika in Ihre Freundesliste auf
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Bouznika war heute in Höchstform und als mein Herz schneller pochte, da wusste ich, wie sehr ich ihn eigentlich vermisst und mir das nicht eingestanden hatte. Er war schon ein guter Kerl im Grunde seines Herzens und wir harmonierten einfach wunderbar. "Oh man, ja, die Bande wird immer verschlafener..", stimmte ich ihm zu und seufzte. "Wir waren ja schon immer die aufgewecktesten Gesellen hier, aber so lang wird der Unterschied echt drastisch!" Nun musste ich doch grinsen, als ich mir den Schwarzen und mich als Entertainer oder gar Clowns vorstellte. "Ach, weißt du", fuhr ich dann fort, "dir traue ich ehrlich gesagt alles zu." Ich musterte ihn grübelnd. Konnte ich ihn mir tatsächlich als Leithengst vorstellen? Er war sehr sprunghaft, aber ich glaubte, dass er im Notfall auch Verantwortung übernehmen konnte - wenn er wollte. Aber wollte er das? Wahrscheinlich nicht. Und ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass das nicht zur Debatte stand. Meine Vergangenheit holte mich schließlich noch oft genug ein. Ich sagte mir zwar immer wieder, dass ich mit meinem alten Leben abgeschlossen hatte, aber stimmte das wirklich? Hin und wieder ertappte ich mich dabei, dass ich mich fragte, was wohl aus meinen Eltern geworden war. Ob sie wohl noch lebten? So alt waren sie ja noch nicht gewesen... Und was wohl der Rest der Herde so trieb? Wer hatte an meiner Stelle die Leitung der Herde übernommen? Aber ich würde es wahrscheinlich nie erfahren und deshalb brachte es rein gar nichts, mir den kleinen Kopf zu zerbrechen. Ich musste mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Auf Bouznika!
Ich hakte nicht weiter nach, als er erwähnte, dass er jemanden gesucht habe, obwohl ich innerlich vor Neugier fast platzte. Aber wenn er es mir erzählen wollte, würde er das schon tun. Ich war ihm schon einmal zu nahe getreten, diesen Fehler würde ich gewiss nicht wiederholen. Schließlich war ich nicht doof, auch wenn ich mich manchmal so verhielt. Lieber erfreute ich mich an seiner Aussage, dass er froh war, zurückgekehrt zu sein. "Der Ausflug ins Gebirge war schon abenteuerlich, da hast du Recht." Kurz versank ich in der Erinnerung. Es war schon sooo lange her! "Es ist schön, dass du wieder da bist. Ohne dich ist es noch langweiliger hier. Zusammen können wir einiges anstellen, meinst du nicht auch?" Ich streckte ihm die Zunge heraus und meine Augen funkelten herausfordernd. Ich wusste immer noch, wie ich den schwarzen Hengst aus der Reserve locken konnte. Zusammen würden wir die Welt auf den Kopf stellen und endlich wieder ein bisschen Leben in die Bude bringen. Beim Gedanken an den Ausdruck der Pferde in der Herde musste ich bereits lachen. Man konnte geradezu meinen, sie bereiteten sich auf den Winterschlaf vor. Aber das war doch Quatsch! Jetzt, zur kalten Jahreszeit, musste man sich doch erst recht irgendwie warm halten und die Zeit vertreiben, bis endlich der Frühling zurückkehrte... Und dann der Sommer. Ich konnte es kaum noch erwarten!

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17.12.2014 19:38 Rashida ist offline Email an Rashida senden Beiträge von Rashida suchen Nehmen Sie Rashida in Ihre Freundesliste auf
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Ein Schmunzeln hielt sich amüsiert auf meinen dunklen Zügen und ich nickte zustimmend den Kopf, als die lebensfrohe Stute an sich halten musste um nicht gleich zurück zur Herde zu stürmen. Zumindest kam sie mir so vor, wie sie da stand; mit diesem verräterischen Schalk in den Augen und den langen Beinen, die ständig und allgegenwärtig unter Strom zu stehen schienen. Sie bot einen schönen Anblick und ihr Temperament vermochte es mich aus meiner eigenen, ruhig gewordenen Gedankenwelt zu reissen. Womöglich war es entgültig an der Zeit, das alte Leben zurückzulassen, dass sich am ehesten mit dem Alltag eines Offiziers hätte vergleichen lassen. An der Seite der Schwarzen hatte ich viele Kämpfe geführt, sie unterstützt und viel gewonnen, wenig verloren, doch seit sie in eine Welt voll Verzweiflung und Wahnsinn abgedriftet war - und ich schob dies ganz freimütig auf den Rappen Ibn Leyl - war mir dieses Dasein zu einnehmend geworden. Die Alternative war bisher jedoch nicht besser.

Es viel mir schwer richtig Fuß zu fassen, noch immer verfolgten mich Marotten und Paranoia, allgegenwärtig auf alles gefasst zu sein. Dass ich dabei gar nicht bemerkt hatte wie sehr ich an Rashida hing und wie unbeholfen ich letztlich mit diesem unbekannten Gefühl umging, hatte mir aufgezeigt wie hilflos ein Krieger sein konnte wenn er sienen angestammten Ring verließ.

" Und ein gutes Training", ergänzte ich grinsend und atmete schließlich tief durch, sah an Rashida vorbei gen Herde, die in weiter Distanz zurück lag. Was Wildfire wohl gerade trieb? Der Gedanke an die Jungstute ließ mich weiter beharrlich schmunzeln. Es tat gut an etwas anderes als den Krieg zu denken." Ist noch alles beim Alten in der Herde, oder hat Wildifire nun die Leitung übernommen?", erkundigte ich mich schließlich mit aufmerksam gespitzten Ohren, bevor ich von Rashidas guter Laune angesteckt, den dichten Schweif über die Hinterhand peitschte und an ihr vorbei trabte.

" Ich weiß nicht ob ich noch länger neben einem quirligen Dign in den besten Jahren stillstehen kann ohne Wurzeln zu schlagen, komm, zeig mir was sich hier verändert hat!", forderte ich sie kess auf und warf den Hechtkopf hoch in die Luft, " Komm schon, bevor ich auf die Idee komme dich mit Geschichten zu langweilen die noch lange vor deiner Zeit entstanden!"

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14.01.2016 15:01 Bouznika ist offline Email an Bouznika senden Beiträge von Bouznika suchen Nehmen Sie Bouznika in Ihre Freundesliste auf
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Training.. Ich grinste. Das war mal wieder so typisch Hengst. Während ich den Ausflug und die Zeit mit Bouznika einfach nur genossen hatte, sah er sogar noch den Nutzen darin. Seltsam!
Mit seiner Frage riss er mich aus meinen Gedanken. "Wildfire?" Ich kannte den Namen nur flüchtig, wusste aus Gesprächsfetzen, die ich aufgeschnappt hatte, dass sie die Tochter von Rainman war, dem vor langer Zeit verstorbenen ehemaligen Leithengst. "Ich weiß nicht", gab ich freimütig zu. Soetwas interessierte mich einfach nicht - es erinnerte mich zu sehr an meine Vergangenheit, die ich am liebsten ausblenden wollte. Ich würde nie erfahren, wie meine Eltern es verkraftet hatten, dass ich mich bei Nacht und Nebel davon gestohlen hatte. Ob sie wohl ahnten, dass ich lebte und es mir gut ging? Oder ob sie trauerten, weil sie glaubten, dass ich es nicht geschafft hatte? Ja, der Weg hinaus aus der Wüste war hart und mit vielen Strapazen verbunden gewesen. Aber ich hatte eisernen Willen gezeigt - einen Willlen, der mir zu Hause stets gefehlt hatte.
Aber vielleicht war es ja auch umgekehrt, vielleicht waren sie gar nicht mehr am Leben. Der Kloß in meinem Hals war kleiner als erwartet. Ich hatte die Bande eben gekappt, und die Bindung zwischen meinen Eltern und mir war ohnehin nie so eng gewesen, weil wir so verschieden waren. Sie hatten immer von Tradition geredet - einem Wort, mit dem ich einfach nichts anfangen konnte.
Ich schob die Gedanken beiseite. "Hier ist natürlich alles beim Alten. Was soll in diesem verschlafenen Nest schon passieren?" Ich verdrehte die Augen. Ja, manchmal störte mich der Trott ganz gewaltig. Ziemlich oft sogar. Aber irgendetwas hielt mich hier. Natürlich würde das nicht immer der Fall sein, irgendwann würde ich mir ein neues Zuhause suchen und wieder einmal von vorne beginnen, so, wie ich es immer gehandhabt hatte. Der Reiz des Neuen war eben das, was mich antrieb, auch wenn er so schnell verflog. Ich hatte immer noch Angst, etwas zu verpassen. "Aber vielleicht haben wir ja Glück. Lass uns das doch gemeinsam herausfinden!" Ich stieß Bouznika auffordernd an und warf ihm einen erwartungsvollen Blick zu. "Ach, tu doch nicht so, als ob du schon mit einem Bein im Grab stehst." Ich lachte. Natürlich war der Rappe ein ganzes Stück älter als ich, aber er musste auch nicht übertreiben. Außerdem ärgerte mich seine Überheblichkeit ein bisschen. Ich hatte auch Geschichten auf Lager, von denen er gewiss noch nie etwas gehört hatte, von denen er nicht enimal etwas ahnte! Aber dafür war später noch genug Zeit. Jetzt setzt ich mich erst einmal in einen flotten Trab, warf Bouz über die Schulter einen herausfordernden Blick zu, bevor ich immer schneller wurde und in Galopp fiel. Fyrok rannte hinter mir her, mit einigem Abstand, aber das war nicht schlimm. Früher oder später würde er uns einholen oder wiederfinden - auf seine feine Nase war immer Verlass. Jetzt wollte ich Bouznika erst einmal beweisen, dass mir der Sinn gewiss auch nicht danach stand, Wurzeln zu schlagen. Stillstand war etwas, dass ich nicht ausstehen konnte. Und als mir der heiße Steppenwind um die Nase wehte, fühlte ich mich gleich viel besser. Das war einfach die pure Freiheit.

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18.06.2016 12:42 Rashida ist offline Email an Rashida senden Beiträge von Rashida suchen Nehmen Sie Rashida in Ihre Freundesliste auf
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