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Belfast
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Hazel &&' Belfast - Living in a Gangsta's paradise Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Outplay - nach dem Treffen mit Alina

Das Rauschen war schon meilenweit zu hören gewesen und nun -endlich- hatte er seine Quelle erreicht. Die Berge hatten zwar eine Schönheit, die kein anderer Ort dieser Welt ihnen nachmachen konnten, aber es fehlte ihnen eindeutig an frischen Quellen. Gerade nach der Begegnung mit der zierlichen Braunen brannte ihm die Kehle vor Durst und so stieß er einen erleichterten Seufzer aus, als er die Wassermassen erblickte. Das Wasser stürzte sich von den Klippen, als gäbe es kein Morgen mehr und außer ihm erblickte er noch einige Hirsche, die bereits vom frischen Quellwasser tranken, jedoch immer wieder aufschauten, um sich vor eventualigen Gefahren fliehen zu können. Mit einem leisen Brummeln schob der massige Körper des Hengstes sich voran, hier war es nur eine leichte Pulverschicht Schnee, die den Boden bedeckte, was ihm sehr zugute kam. Die dicken Eisbrocken an seinem Behang schmolzen nur recht langsam und er war froh, dass sich nicht noch mehr Schnee daran festsetzen würde, wenn er seinen Weg fortsetzte. Schon bald hatte er einen kleinen Ausläufer des Baches erreicht, den der Wasserfall speißte und senkte gierig seinen Kopf, um das kalte, klare Wasser in sich einzusaugen. Er war klug genug hin und wieder abzusetzen und das Wasser in seinem Magen aufwärmen zu lassen, ansonsten hätte er die Bauchschmerzen seines Lebens riskiert und vielleicht hätten sie ihn auch umgebracht. Für diesen Augenblick schienen keine Jäger unterwegs zu sein und wenn doch würden die Hirsche ihn schon früh genug warnen, also erlaubte er sich seine leisen Gedankenströme, die ihn bereits seit seiner Ankunft in diesen Landen verfolgten. Es war ein Wunder, dass seine erste Begegnung friedlicher Natur war, wo er doch neu hier war und sich darauf eingestellt hatte, dass auch hier das Böse herrschte. Nun gut, eigentlich war es überhaupt ein Wunder so weit ab von Nahrung und Wasser eine Seele zu treffen und im Nachhinein konnte sich der Hengst auch gut vorstellen, warum die Braune sich so weit von anderen Artgenossen entfernt hatte. Zu einer solchen Tat trieben einen nur Umstände, die einen zeichneten. Sein Herz zog sich krampfhaft zusammen bei der Erinnerung daran, was einige seiner Freundinnen vor seiner Bekanntschaft mit ihnen bereits erlebt hatten und er wollte sich nicht vorstellen, was sie ohne seinen Schutz noch erleben würden. Der Geschmack von Galle verdarb ihm das weitere Trinken, sodass er angewiedert von dem klaren Wasser abließ und sich nach einer geeigneten Stelle zum Ausruhen umsah. Man mochte es ihm nicht zuschreiben bei einer solchen Statur irgendwann erschöpft zu sein, doch auch er brauchte einige ruhige Minuten in denen er Kraft tanken konnte. Schon nach kurzer Zeit erwählte er eine Reihe von Nadelbäumen, von denen aus er das Szenario gut im Blick hatte, als seine Ruhestätte und zwang den massigen Körper zuerst in die Knie, bevor er sich mit einem zufriedenen Stöhnen gänzlich fallen ließ.

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20.12.2013 15:18 Belfast ist offline Email an Belfast senden Beiträge von Belfast suchen Nehmen Sie Belfast in Ihre Freundesliste auf
Hazel Hazel ist weiblich
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Ich mochte den Winter nicht. Zitternd stemmte ich mich gegen den eisigen Wind und verschloss hin und wieder die Augen vor den kleinen Schneeflocken, die mir direkt ins Gesicht wehten. Mir war kalt und dadurch machte ich mich noch kleiner, als ich ohnehin schon war. Ich ging langsam, obwohl kein Tiefschnee lag und ein schneller Marsch mich vielleicht aufgewärmt hatte. Aber mir war nicht danach. Lieber versuchte ich mich ein wenig umzusehen, schließlich war ich vor kurzem erst in dieser Gegend angekommen und dementsprechend neugierig auf das, was mich erwarten würde. Ich machte mir keine allzu großen Hoffnungen, wusste aber auch, dass es kaum noch schlimmer werden konnte, deshalb hatte ich auch keine Angst. Aber besonders vielversprechend war mein erster Eindruck dagegen auch nicht, denn hier war es genauso einsam, wie ich mich im Moment fühlte. Ich konnte keine Hufspuren im Schnee erblicken, sondern hörte nur ein feines Rauschen, das immer lauter wurde und irgendwann fast bedrohlich klang. Aber der Ton war mir vertraut und so hielt ich, jetzt etwas zügigeren Schrittes, direkt darauf zu, bis ein majestätischer Wasserfall zwischen den Bäumen erschien. Staunend bewunderte ich dieses Meisterwerk der Natur einige Augenblicke, dann ging ich direkt aufs Wasser zu, blickte mich nur rasch um, ob meine jetzt kommende Unachtsamkeit auch niemand ausnutzen würde, bevor ich den Kopf senkte, um ein wenig zu trinken. Das Wasser war so kalt, dass es in der Kehle brannte, aber es war auch belebend und erfrischend. Dennoch übertrieb ich es nicht und ging rasch wieder einige Schritte zurück, entfernte mich von dem gefrorenen Boden nahe am Ufer.
Da spürte ich, dass ich doch nicht ganz allein war. Vorsichtig, aber ohne Zweifel auch neugierig, ließ ich den Blick schweifen. Da! Unter einigen Tannen hatte sich ein mächtiger Hengst niedergelassen. Er war wirklich von beeindruckender Körpergröße, soweit ich das in seiner liegenden Position einschätzen könnte. Und schließlich erblickte ich seine dicht behangenen, tellergroßen Hufe und da gab es keinen Zweifel mehr. Dennoch verspürte ich keine Furcht vor ihm, denn er wirkte zum einen sehr erschöpft und zum anderen lag in seinen Augen etwas Ruhiges, Freundliches. Neugierig ließ ich meinen Blick noch einen Moment auf ihm ruhen, bevor ich mir einen Ruck gab und direkt auf ihn zuging. "Hallo!", rief ich ihm entgegen, um ihm die Chance zu geben, mir frühzeitig mitzuteilen, was er von der Begegnung hielt. "Ich hoffe, ich störe nicht?", fragte ich anschließend höflich und ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Es würde gut tun, mich einmal ein wenig abzulenken, mich zu unterhalten und nicht mehr allein zu sein. Es war in letzter Zeit einfach zu viel passiert. Ich wusste manchmal nicht, wie ich damit fertig werden sollte. Aber ich hakte eben immer nur einen Tag nach dem anderen ab und so langsam wurde es auch besser. Meistens, jedenfalls. "Ich bin Hazel", stellte ich mich dem Fremden vor und war selbst über meinen 'Redeschwall' erstaunt.

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07.01.2014 11:04 Hazel ist offline Email an Hazel senden Beiträge von Hazel suchen Nehmen Sie Hazel in Ihre Freundesliste auf
Belfast
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Das Rauschen des Wassers, der Wind, der um die Bäume strich und die friedliche Ruhe dieses Ortes erfüllten den Grauen mit einer nahezu endlosen Zufriedenheit. Genüsslich streckte er sanft die Beine und den Hals, genoss die erholsame Ruhe in vollem Maße. Die Wanderung durch die Berge hatte ihm mehr zugesetzt, als er ursprünglich dachte, denn erst im Liegen wurde ihm bewusst, wie aufgezehrt seine Kraftreserven waren. Umso besser, dass er sie nun einige Minuten ungestört auftanken konnte. Er lag schon eine ganze Weile, als eine Bewegung seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Er spürte instinktiv, dass sich etwas verändert hatte, dass es kein Hirsch war, der den Standort gewechselt hatte, sondern ein Neuankömmling auf dem Weg war. Auch die imposanten Geweihträger lenkten ihre Aufmerksamkeit um, beobachteten scharf ihre Umgebung. Zuerst wollte Bel sich aufraffen, um vor etwaigen Angriffen geschützt zu sein, allerdings verloren die zierlichen Wesen schnell das Interesse am Neuankömmling, sodass er mit einer gewissen Erleichterung liegen blieb, den Blick aufmerksam in die Richtung gelenkt, die die Hirsche angepeilt hatten. Tatsächlich blitzte hin und wieder etwas braunes, puscheliges Fell zwischen den Bäumen auf. Neugierig beobachtete der Graue, wie eine zarte, kleine Stute sich ihren Weg zum Bach bahnte, um dort einige Schlucke zu trinken. Sie sah Alina ziemlich ähnlich, allerdings war sie doch noch ein gutes Stück kleiner als die zierliche Braune, die er als erstes kennengelernt hatte. Er wollte sie nicht verschrecken, also blieb er ruhig liegen, blähte nur leicht die Nüstern, um ein wenig von ihrem Geruch aus dem Wind zu erhaschen. Kurz nachdem sie sich wieder vom Ufer entfernt hatte, wurde sie auf ihn aufmerksam und ein sanftes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, als sie ihm eine Begrüßung zurief. Die darauf folgenden Worte zeugten von eben jener Höflichkeit, die er schon so lange vermisste und sein Herz begann augenblicklich vor Freude zu springen. "Sei gegrüßt, Hazel.", erwiderte er ihre Begrüßung in diesem tiefen Basston, der ihn so ausmachte. Mit einem nachsichtigen Brummeln, sammelte der Graue seine Beine unter dem Körper, stemmte seine Masse zunächst mit der Vorhand auf, bevor er sich mit dem Schwung aus der Hinterhand komplett aufrichtete. Kurz lockerte er die Muskeln, schüttelte den restlichen Schnee aus seinem Fell und schenkte Hazel anschließend ein erheitertes Lächeln. "Du störst keineswegs, ganz im Gegenteil. Es freut mich immer neue Gesichter kennenzulernen, gerade, wenn ich die Ehre habe, mich mit einem solch hübschem bekannt zu machen." Manch einer mag ihn für einen Schleimer halten, doch in seinen Augen war er einfach nur gnadenlos ehrlich. Hazel war wirklich eine kleine Schönheit und sie strahlte etwas aus, was den Huren von heute fehlte. Viele Stuten waren attraktiv und wussten es auch auszunutzen, aber die Braune vor ihm besaß etwas, was die anderen nicht hatten, was sie von innen heraus strahlen ließ. Charakter, Höflichkeit, Freundlichkeit und eine gewisse Art der Hilflosigkeit, die ihm an den Emanzen von heute so sehr fehlte. "Mein Name ist Belfast.", stellte er sich ebenfalls vor und neigte dabei leicht seinen pompösen Kopf, ohne seinen Blick von den Augen der Braunen abzuwenden. "Und ich bin sehr froh darüber, dass du dich entschlossen hast zu kommen und nicht zu gehen."

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24.02.2014 14:13 Belfast ist offline Email an Belfast senden Beiträge von Belfast suchen Nehmen Sie Belfast in Ihre Freundesliste auf
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Am liebsten hätte ich mir selbst auf die Schulter geklopft weil ich so eine gute Pferdekenntnis bewiesen hatte. Das, oder war ein gnadenlos guter Schauspieler. Aber seine Augen blickten so freundlich, dass ich das eigentlich beinahe sofort ausschloss. Und mir wünschte, dass ich in der Vergangenheit auch schon hätte so gut einschätzen können, wem ich gerade gegenüber stand... Aber was passiert war, war nicht zu ändern. Es konnte nur besser werden. Daran musste ich einfach ganz fest glauben. Auch wenn ich wusste, dass es das Schicksal in der letzten Zeit ganz besonders auf mich abgesehen hatte. Ob denn gar niemand anders da war, den es als Spielzeug benutzen und herumwirbeln lassen konnte wie ein Blatt im Wind?
Belfast, wie sich der Riese mir vorstellte, riss mich aus meinen Gedanken. Er wirkte ehrlich erfreut über meine Bekanntschaft und anschließende Gesellschaft und so erwiderte ich sein warmherziges Lächeln. "Danke, mir geht es ebenso", gab ich zu. "Vor allem, wenn ich neu irgendwo bin. Ich kam erst vor wenigen Tagen in die Nähe dieser Herde und bin erst noch ein bisschen um die Herde herumgeschlichen, weil ich mich nicht sofort getraut habe, mich in diese Masse zu stürzen", gab ich freimütig zu. Er wirkte wie jemand, dem man sich anvertrauen konnte. Und zudem kannte ich ihn ja gar nicht und er kannte mich nicht und er konnte nichts gegen mich benutzen. Es war schlimm, dass ich sofort so dachte, aber bei Haroons Familie hatte ich eben sofort gelernt, was es hieß, ständigen Intrigen ausgesetzt zu sein. Sicher, sie hatten sich in den seltensten Fällen gegen mich gerichtet, aber zu oft hatte ich mit ansehen müssen, wie andere systematisch zugrunde gerichtet wurden, ob nun von seinem Vater, seinen Brüdern oder seinem garstigen Cousin. Manchmal dachte ich, dass es vielleicht gut war, dass das alles hinter mir lag. Aber dann griff die Sehnsucht nach meinem Herz und hielt es so fest, dass ich glaubte, es müsste aufhören zu schlagen und ich elendig krepieren. Natürlich war das nur eine übertriebene, verbildlichte Vorstellung. Aber manchmal fühlte es sich so wirklich an, dass ich selbst daran glaubte. Dass ich die unsichtbaren Finger plötzlich fast sehen könnte und den eisigen Hauch, den sie ausstrahlten. Denn seltsamerweise waren sie immer kalt.
Ob Belfast so etwas auch kannte? Neugierig ruhte mein Blick auf seiner imposanten Gestalt. Sicher, er sah freundlich aus, gutmütig, wie jemand, auf den man sich verlassen konnte. Aber auf wen konnte er sich verlassen? Wer war für ihn da? Denn der traurige Schimmer in seinen Augen kam gewiss nicht von ungefähr. Aber es wäre mir unverschämt vorgekommen, ihn einfach gerade heraus zu fragen, denn es ging mich nunmal nichts an. Wenn er sich etwas von der Seele reden wollte, so durfte er das meinetwegen jederzeit tun, denn auch ich hatte stets ein offenes Ohr für andere. Auch wenn ich mir in der letzten Zeit oft jemanden gewünscht hatte, der mich einmal stürzte. Aber meine Wünsche verhallten ungehört. Und weil ich es gewohnt war, meine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, hatte ich nicht dagegen aufbegehrt. Auch heute nicht. "Und du, Belfast? Ist das hier dein Zuhause?" Ich sah noch einmal zu dem wunderschönen, glitzernden Wasserfall, erinnerte mich an den riesigen Herdenplatz mit den Unmengen verschiedener Pferde, an den geheimnisvollen Wald, all das, was ich bereits gesehen hatte, wenn auch nur flüchtig, denn ich hatte es nicht gewagt, mich allzu lange an einem Ort aufzuhalten, da ich mir stets beobachtet vorgekommen war, obwohl ich mich äußerst leise und unauffällig verhalten hatte...

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24.02.2014 21:19 Hazel ist offline Email an Hazel senden Beiträge von Hazel suchen Nehmen Sie Hazel in Ihre Freundesliste auf
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Es erfreute ihn ungemein, dass Hazel anscheinend auch recht froh über die Bekanntschaft mit ihm war, aber war es denn ein Wunder, bei den unheimlichen Gestalten, die einem heutzutage begegneten? Unwillkürlich stieg diese alte Wut wieder in ihm auf, dieser unglaubliche Hass auf die Ungerechtigkeit der Welt. Alle passten sich dem neuen Trend an, ja wurden nahezu dazu erzogen und diejenigen, die sich entschieden wehrten hatten kaum die Gelegenheit sich zusammenzuschließen und zu rebellieren. Er war sich sicher, dass es noch genug Hengste und Stuten gab, die für die gute Sache kämpfen würden, aber woran sollte man sie denn noch erkennen? Es gab so viele Schauspieler, die ihren Text genaustens kannten, einen einlullten und einem dann metaphorisch das Messer von hinten in den Rücken rammten. Umso erstaunlicher, dass Hazel tatsächlich auf ihn zugegangen war, wo doch so viele bereits beim Anblick seines massigen Körpers davonliefen. Er hatte ein paar Mal den Fehler gemacht und war ihnen hinterhergerannt, hatte gerufen, dass er ihnen nichts tun würde. Nicht selten hatte er dabei zarte, junge Blumen beinahe in den Tod gehetzt, solche Angst hatten sie. Bei der Erinnerung glitt ein Schatten über sein Gesicht, den er jedoch sogleich wieder abschüttelte. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Stimme der Braunen, brauchte einen Moment, bis die Worte in seinem Kopf wieder einen Sinn ergaben. "Mir geht es genauso wie dir. Ich bin auch erst seit ein paar Tagen in dieser Gegend, habe die Herde jedoch noch nicht gesehen. Ich bin über die Berge hergekommen und meine einzige Begegnung war eine junge Stute, die halb erfroren in den Bergen umherwanderte. Ich weiß nicht, was sie dort zu suchen hatte, aber ich habe den Verdacht, dass es hier genauso abläuft wie überall auf dieser Welt..." Eine gewisse Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit und er schüttelte traurig den Kopf. "Dort wo ich herkomme ist das Leben noch ein Leben. Wir waren eine kleine Herde, wurden alle gut erzogen und hatten unser Gebiet, durch das wir in Frieden streifen konnten, nahe eines Berges, auf dem man im Sommer das frischeste Gras finden konnte." Die Bilder seiner Heimat blitzten vor seinem inneren Auge auf und er lächelte schwärmerisch. "Das wäre der richtige Ort für diejenigen auf dieser Welt, die die Opfer sind.", stellte er mit einem wehmütigen Lächeln fest und wandte den Blick in Richtung Wasserfall. Die Hirsche hatten sich mittlerweile aus dem Staub gemacht. Ob es unter ihnen auch Mörder gab? Er wusste es nicht. Ein leises Seufzen glitt über seine Lippen, ehe er Hazel entschuldigen ansah. "Verzeih, ich bin ein alter Träumer. Letzten Endes wäre auch dort niemand vor dem sicher, was in dieser Welt Böses geschieht."
Und selbst wenn es so wäre, würde das alte "Böse" wieder grasieren, das, was einem großen Kaltblut wie ihm das Herz zerfetzt hatte. Emanzipation, Unabhängigkeit, das machte die Stuten von heute aus und würde es wahrscheinlich noch in den nächsten Jahrzehnten ausmachen, bis er zu alt war, um noch einer von ihnen zu gefallen. Das war ja selbst jetzt schon schwierig.

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26.02.2014 08:52 Belfast ist offline Email an Belfast senden Beiträge von Belfast suchen Nehmen Sie Belfast in Ihre Freundesliste auf
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Froh, in Belfast jemanden gefunden zu haben, der sich in derselben Situation befand wie ich, lauschte ich ihm aufmerksam. "Vielleicht können wir ja zusammen zur Herde gehen und um Aufnahme bitten", schlug ich vor. Zu zweit ging es gewiss leichter als ganz allein. Und es war lange her, dass ich als einzelne vor einer großen Masse gestanden und nicht gewusst hatte, was ich sagen sollte. Zu lange. Ich war immer so behütet und beschützt gewesen von meiner Familie, bis sie alle um mich herum gestorben waren oder mich im Stich gelassen hatten. Manchmal konnte ich es immer noch nicht so ganz glauben. Ich hoffte so oft, einfach nur die Augen aufschlagen zu müssen und aus dem Alptraum erwachen zu können. Ich vermisste Haroon immer noch so sehr, dass es mir körperlich weh tat. Und auch Jazz und Maxwell würden auf ewig ihren Platz in meinem Herzen haben, auch wenn mich meine sogenannte beste Freundin so schnöde verraten hatte und letzten Endes doch nur an sich selbst gedacht hatte. Na gut, und an ihren Sohn - der aber eigentlich unser Sohn hätte sein sollen. Ich hatte ihn doch genauso geliebt wie sie. Aber sie hatte alles besser gewusst. Und sie hatte damit auftrumpfen können, dass zwischen ihm und mir nun mal keine Blutsverwandtschaft bestand und auch niemals bestehen würde.
Als Belfast geendet hatte, merkte ich, dass es ihm wohl ähnlich ergangen sein musste wie mir - wenn man so etwas überhaupt annehmen konnte. Aber auch er schien eine Vergangenheit gehabt zu haben, die besser war als das, was er jetzt hatte. Aber wir konnten es nicht ändern. Wir mussten das Beste aus dem machen, was uns das Leben vor die Füße spuckte. Dennoch hatte ich große Lust, mich mit ihm auszutauschen, ein bisschen zu jammern und zu philosophieren und mich an bessere Zeiten zu erinnern. "Wem sagst du das?", seufzte ich also. "Zuhause ist es doch am schönsten", fuhr ich dann fort. "Aber Zeiten ändern sich und vor allem verändern sie die Pferde. Man kann sich auf niemanden mehr verlassen außer auf sich selbst. Das ist eine bittere Erkenntnis, aber leider ist sie nur allzu wahr." Ich sah den Kaltbluthengst fest an, wie als ob ich ihn von meiner Ansicht überzeugen müsste, dabei war das doch wohl kaum nötig. Schließlich hatte er noch viel beherzter davon gesprochen, von einer Zeit, die viel zu schnell vorbei gewesen war. Und er hatte recht. Wir konnten davor nicht davon laufen. Es würde uns überall einholen. "Stimmt", meinte ich und nickte bekräftigend. "Habe ich gerade nicht noch gesagt, dass es zu Hause immer am schönsten ist? Trotzdem haben wir beide es verlassen und stehen jetzt hier." Erst nachdem mir die Worte über die Lippen gekommen waren, merkte ich, wie leicht ich damit in ein Fettnäpfchen treten konnte und hielt erschrocken inne. "Oh, ich meine, ich weiß natürlich nicht, ob du das freiwillig getan hast oder ob du musstest, verzeih", sagte ich. "Bei mir war es eine Mischung aus beidem. Natürlich wollte ich nicht gehen, aber es gab am Schluss einfach nichts mehr, was mich gehalten hätte. Ich hätte dort nicht glücklich werden können. Ich weiß nicht, ob es mir hier gelingen wird, aber ich werde mein Bestes geben." Denn ich gab nicht so schnell auf, sonst stünde ich nicht einmal hier. Ich hatte dem Drang, mich auf den Boden zu legen und nie wieder aufzustehen, niemals nachgegeben. Ich hatte mich immer wieder aufgerafft. Denn ich wollte leben. Ich wollte eine zweite Chance. Und sobald sie sich mir bieten würde, würde ich sie auch ergreifen.
Ich hatte nur so furchtbare Angst, dass es mir niemals genügen würde. Dass ich irgendwann mit jemandem an meiner Seite leben würde, denn ich niemals so lieben könnte wie Haroon, und der mich immer an das erinnern würde, was ich für immer verloren hatte.

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03.04.2014 17:56 Hazel ist offline Email an Hazel senden Beiträge von Hazel suchen Nehmen Sie Hazel in Ihre Freundesliste auf
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Der graue Riese nickte begeistert, als sie ihm vorschlug gemeinsam um Aufnahme in der Herde zu bitten. Gemeinsam mit der zierlichen braunen Schönheit würde es wohl wesentlich leichter sein Anschluss zu finden und auch dass sie die Herde bereits gesehen hatte würde ihr Vorhaben wesentlich erleichtern. In der Theorie hatten sie beide nichts zu befürchten, sie beide waren liebe, freundliche Wesen und würden sich sicherlich schnell integrieren können, doch man konnte nie wirklich wissen auf wen man in einer Herde traf. Sollte es dazu kommen, dass sie angegriffen wurden, würde er Hazel wohl bis aufs Blut verteidigen, obwohl er ihr durchaus eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit zugestand. Dennoch fehlte ihr einfach die schiere Masse, die ihm wiederum zur Genüge geschenkt wurde. Sie gaben rein äußerlich ein seltsames Paar ab, aber im Grunde ergänzten sie sich regelrecht. Ihre nächsten Worte ließen wieder die Galle in ihm hochsteigen. Wem erzählte sie das? Er war immer der Gute gewesen, hatte Kämpfe gegen die Irren von heute ausgetragen, um seine Liebsten zu schützen und doch hatte er immer wieder feststellen müssen, dass es selbst die Stuten zu den Bad Boys hinzog. Der Graue schnaubte abfällig und sein Blick verfinsterte sich. "Es ist so schade, dass man nie weiß wem man wirklich gegenübersteht. Manchmal wünschte ich mir ich wäre nicht darauf angewiesen auf die Fassade zu blicken, sondern könnte gleich in die Gedanken meines Gegenübers schauen, um seine wirklichen Absichten zu erkennen.", philosophierte er weiter und lächelte anschließend schief. "Aber es hilft ja nichts, wir wurden in das kalte Wasser geworfen und nun müssen wir zusehen wie wir an Land kommen. Solange es noch kleine Lichtblicke wie dich gibt, werde ich es auch weiterhin versuchen." Sein Lächeln wurde zu einem schmeichelnden Grinsen und seine Augen verrieten ehrliche Anerkennung ihres Charakters und ihrer Schönheit. Bei ihren nächsten Worten erlaubte er es sich ihre gesamte Körpersprache in sich aufzunehmen und lachte innerlich, als sie erschrocken zurückruderte, als sie feststellte, dass ihre Aussage leicht missverständlich war. Natürlich nahm er es ihr nicht übel, ganz im Gegenteil, es erweichte sein Herz, dass sie so besorgt darüber war ihm irgendwie auf die Füße zu treten. Während sie ihre Geschichte erzählte, wenn auch recht vage, lauschte er ihr aufmerksam und nickte anschließend, um ihr zu bedeuten, dass er verstand. Er verstand sie alle, hatte nahezu jede Geschichte gehört und doch konnte er nicht umhin jedes Mal mit seinem Gegenüber zu leiden. Man sah ihr an, dass es sie einerseits schmerzte ihre Heimat verlassen zu haben und doch hatte sie den Mut sich nicht unterkriegen zu lassen und einen neuen Weg zu gehen, das bewunderte er an ihr. Sie war innerlich stärker als die meisten Stuten die er bisher getroffen hatte. "Es tut mir leid, dass dich nichts mehr dort gehalten hat, aber ich verstehe was du meinst. Meine Herde ist sehr traditionell, es gibt nur einen Leithengst und die restlichen Hengste müssen früher oder später losziehen, um entweder ihr eigenes Land zu erobern oder als Einzelgänger durch die Welt ziehen. Ich war also gezwungen zu gehen, doch trotzdem hat mich nichts mehr dort gehalten." Seine Erinnerungen schweiften zu Bhaggy zurück, seiner ersten Geliebten, die ihn schon nach kurzer Zeit wieder von sich gestoßen hatte, als würde er sie anwidern. Er wusste nicht woher dieser plötzliche Hass kam, bis heute nicht. Damals hatte er die Welt nicht mehr verstanden und im Anschluss beschlossen, dass die Zeit reif war die Herde zu verlassen. Sein Vater hatte ihn kommentarlos ziehen lassen, nur seine Mutter war natürlich in Tränen ausgebrochen und war ihm noch lange Zeit gefolgt, bis er sie liebevoll aber stoisch ermahnt hatte zur Herde zurückzukehren. Diese Welt war nichts für eine alte, naive Stute, die einen Wolf wohl noch um ihr Leben anflehen würde, bevor er sich in ihrer Kehle verbiss. Mit einem kurzen Kopfschütteln vertrieb er die Gedanken wieder und lächelte Hazel entschuldigend an. "Ich werde ebenfalls mein Bestes geben, es ist zwar etwas rau, aber wunderschön in diesen Landen.", bemerkte er und nickte zum Wasserfall hinüber. "Wäre es etwas wärmer, so hätte ich dich wohl überredet mit mir baden zu gehen.", fügte er mit einem sanften Lächeln hinzu. Er konnte nicht umhin sich vorzustellen wie die zierliche Braune aus dem Wasser stieg, das Fell durchnässt, sodass es ihren Körper umso mehr betonte. Beherrsch dich, Bel!, fuhr er sich selber an und schob die Gedanken wieder beiseite. War er denn schon so lange alleine, dass er sich auf jedwede Stute stürzte, die ihm begegnete? Anscheinend. Und dennoch kam er nicht umhin zu glauben, dass Hazel nicht irgendeine Stute war. Sie war mehr als das, nur wie viel mehr konnte er nicht sagen. Ebenso wenig wie er sich sicher sein konnte, dass sie wirklich alleine war. "Verzeihung, ich wollte nicht aufdringlich wirken. Ich hätte mir denken können, dass ein anmutiges Wesen wie du sicherlich irgendwo einen Verehrer hat, der auf Nachricht von ihr wartet, um zu folgen." Seine Bassstimme beebte vor Reue über seine schon fast anzüglichen Worte vorher und seine tiefen, großen Augen hielten ihren Blick fest, flehten sie nahezu an ihm seinen zu kühnen Vorstoß zu verzeihen.

[Boah okay muss mich echt wieder eingewöhnen in den ollen Chameur x ]

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12.01.2016 11:34 Belfast ist offline Email an Belfast senden Beiträge von Belfast suchen Nehmen Sie Belfast in Ihre Freundesliste auf
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Belfast hatte ein paar interessante Ansichten, mit denen er mich ziemlich überraschte, die mich aber auch zum Nachdenken anregten. "Hmm", machte ich. "Aber das wäre doch auch langweilig, meinst du nicht auch? Wenn man auf den ersten Blick alles über sein Gegenüber wüsste, was könnte man denn dann noch nach und nach herausfinden? Das ist doch das Spannende und irgendwie auch die Herausforderung, wenn man einander kennen lernt, oder nicht?" Ich blinzelte ihn an, dann nickte ich aber. "Auf der anderen Seite hast du natürlich recht. Manchmal ist das ziemlich mühsam und auch ich habe mir schon manchmal gewünscht, ein paar Schritte überspringen zu können." So würde man auch gleich wissen, ob es sich lohnte, die Begegnung zu vertiefen, oder ob man nur seine Zeit verschwendete. Wie oft setzte man Hoffnungen in jemanden, die dann doch nur wieder zerstört wurden, weil man leider feststellen musste, dass man doch nicht so ganz auf einer Wellenlänge war? Aber so war das eben. Im Leben gab es keine Garantie. Wir mussten uns manchmal ins kalte Wasser stürzen, das hielt uns ja auch irgendwo lebendig, da spürte man noch den Reiz. Wer nichts wagte, konnte auch nichts gewinnen. Von nichts kam eben nichts - warum sollte uns also alles in den Schoß fallen? Wahrscheinlich hatte schon alles seine Richtigkeit so. Und vermutlich gab es auch viele Gedanken in den Köpfen der anderen, die man gar nicht so genau wissen wollte...
Als Belfast mir von sich erzählte, lauschte ich ihm aufmerksam. "Oh, so etwas hört man auch nur noch selten", kommentierte ich. Obwohl das ja eigentlich die Regel sein sollte, war ich seit Ewigkeiten keiner Herde über den Weg gelaufen, die nur aus einem Leithengst und seinen Stuten bestand. Wahrscheinlich war das einfach vor meiner Zeit gewesen. "Aber so hat alles auch sein Gutes, oder nicht? Jetzt bist du jedenfalls hier." Ich lächelte zufrieden. Der graue Hüne war mir einfach sympathisch und es tat gut, einfach mal so mit jemandem zu plaudern, ohne Hintergedanken. Mit jemandem, der mich nicht kannte und sich kein Urteil über mich erlauben konnte. Der mir auch keine mitleidigen Blicke zuwarf, sondern meine Gesellschaft augenscheinlich einfach genoss.
"Baden?" Ich erschauerte. "Das wäre jetzt tatsächlich etwas fehl am Platz." Ich lachte, als ich mir vorstellte, wie der Riese ein Loch in die Eisschicht des Sees hackte, nur, weil er seinen Willen durchsetzen wollte. Aber so schätzte ich ihn eingentlich nicht ein - und meine Fantasie spielte mir ja auch nur einen Streich. "Keine Sorge, du bist nicht übers Ziel hinaus geschossen", beruhigte ich ihn gleich darauf. Da war ich wirklich anderes gewohnt. Haroons Bruder Tristan zum Beispiel nahm nie ein Blatt vor den Mund. Das hatte ich ja am eigenen Leib oft genug erfahren. "Und einen Verehrer gibt es auch keinen, jedenfalls keinen offiziellen." Ich versuchte ein Grinsen, das mir nur leicht misslang und etwas schief auf meinen Lippen saß. Ich war ja schon froh, dass es so war. Ich fühlte mich noch lange nicht bereit dazu, für irgendjemanden Gefühle zu entwickeln. Natürlich war mir klar, dass man das nicht steuern konnte. Aber ich wollte auch niemanden vor den Kopf stoßen und unnötig verletzen, schließlich wusste ich selbst, wie weh das tat. Wie lange hatte ich Haroon aus der Ferne angehimmelt, als er noch mit meiner Schwester liiert gewesen war? Mir war es wie eine Ewigkeit vorgekommen. Das hatte mich verletzt - und sie hatte es verletzt, als er sich schlussendlich für mich entschieden hatte. Und nun war das alles umsonst gewesen.
'Nein', schalt ich mich. Nicht umsonst. Wenigstens die Erinnerungen konnte mir keiner nehmen, wenn ich auch sonst kein Andenken hatte. Ich hätte mir so sehr einen Sohn oder eine Tochter von ihm gewünscht, einen Erben, der immer an meiner Seite weilen würde, oder zumindest eine Zeit lang. Aber das war mir eben nicht vergönnt gewesen. Wie hieß es immer so schön? Man konnte bekanntlich nicht alles haben. Aber warum hatte ich dann nichts?
Ich schüttelte seufzend den Kopf, bevor ich mich straffte. "Wollen wir uns auf den Weg machen? Ich glaube, es ist noch ein ganz schönes Stück bis zur Herde und es wird langsam dunkel", warf ich ein. Ich war zwar ganz und gar kein Angsthase und in Belfasts Gegenwart fühlte ich mich erst recht sicher, aber wir mussten ja auch kein unnötiges Risiko eingehen. Und außerdem war das ja ohnehin unser Plan gewesen.

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13.01.2016 22:50 Hazel ist offline Email an Hazel senden Beiträge von Hazel suchen Nehmen Sie Hazel in Ihre Freundesliste auf
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Es war beinahe zu schön um wahr zu sein mit diesen zierlichen Braunen zu sprechen, ohne großartige Hemmungen oder böses Blut. Sie war ein reines Wesen voller Anmut, Intelligenz und mit einer solch angenehmen Ausstrahlung, dass der graue Riese beinahe wieder ins Schwärmen geriet. Reiß dich zusammen, Bel., ermahnte er sich selbst, nicht zum ersten Mal in seinem scheinbar trostlosen Leben. Sie war vernünftig, dachte über das nach, was er sagte und das machte sie auf Anhieb so sympathisch, dass er keinen Gedanken daran verschwendete, dass sie so sein könnte wie all die Anderen. Vielleicht war sie die Erste und Einzige, die nicht auf die bösen Jungs abfuhr. "Da hast du recht, auch wenn ich mir das Leben so manches Mal ein wenig langweiliger wünsche, so wäre ich wohl auch nicht zufrieden, wenn es das wäre.", antwortete er, als sie ihren Kommentar auf seine Gedankenlesewünsche beendet hatte. Sie hatte das Talent aus jedem seiner Erzählungen etwas positives zu gewinnen und so blieb das Lächeln auf seinen Lippen quasi von alleine kleben. Sein Herz machte einen kleinen Sprung, als sie mit einem aufrichtigen, zufriedenen Lächeln erklärte, dass es gut so war, wie es in seiner Herde lief, denn nun war er hier. "Das stimmt. Ohne diese Regelung wäre ich dir vielleicht nie begegnet und du bist eine außerordentlich angenehme Gesprächspartnerin.", erwiderte er und gönnte sich ein wohliges Brummeln, das tief in seiner Brust grollte. Seine Muskeln entspannten sich zusehends und trotz der Kälte um sie herum wurde ihm ganz warm vor Freude. Nicht, dass ihm Kälte etwas ausmachte, sein dickes Winterfell schützte ihn ausgezeichnet, aber dennoch nahm er sie wahr und war froh, wenn es etwas gab, was ihn davon ablenkte. So wie Hazel, diese erstaunliche Braune, die ihm zufällig über den Weg gelaufen war. Er kam nicht umhin sich zu fragen ob es so etwas wie Schicksal gab. Sie waren beide aus diversen Gründen hier, die sich nicht ganz unähnlich waren und sie beide waren auf der Suche nach einer neuen Heimat. Wieder fiel ihm ein Stein vom Herzen, als sie ihm gestand, dass es keinen Verehrer in ihrer Nähe gab. Dennoch verstimmte ihn das 'keinen offiziellen' ein wenig. Bedeutete dies, dass sie heimlich jemanden anhimmelte? Oder war es einfach eine leere Redewendung dafür, dass sie kein Interesse hatte? Doch ganz der Chameur, der er war, ließ er sich nichts anmerken, sondern nickte und lächelte erleichtert, zum Zeichen, dass er froh war ihr nicht auf den Huf getreten zu sein. Eine Weile danach schien sie in Gedanken versunken zu sein und der Graue wandte höflich den Blick ab, darauf wartend, dass sie wieder in diese Welt zurückkehrte. Die Hirsche hatten mittlerweile den Rückweg zu ihrem Fressgebiet angetreten und auch sonst war alles ruhig, bis auf der Wasserfall der stetig den Felsvorsprung hinabdonnerte. Wenigstens eine Konstante in dieser Welt, Wasser, das sich immer seinen Weg suchte. Als sie seufzte glitt sein Blick wieder zu der Braunen und er lächelte erwartungsvoll und mit aufmerksamer Miene, als sie begann zu sprechen. "Natürlich, wie du wünscht.", erwiderte er freundlich und wandte sich leicht ab, ehe er zögerte. "Nur in welche Richtung?", fragte er mit einem amüsierten Blick und bedeutete ihr die Führung zu übernehmen, damit er sich an ihre Seite gesellen konnte. Sie hatte recht damit, dass sie möglichst wenig in der Nacht reisen sollten, denn Jäger hielten sich gerne im Schatten und nutzten die Dunkelheit, um sich an ihre ahnungslosen Opfer anzuschleichen. Es würde zwar nicht das erste Mal sein, dass er sich mit einer Raubkatze oder einem Rudel Wölfe auseinandersetzen müsste, aber dennoch war es immer besser solchen Situationen aus dem Weg zu gehen.

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Belfast hatte natürlich völlig recht und ich musste lachen. "Weißt du was, ich glaube, das liegt einfach in unserer Natur. Meine Mutter meinte immer 'Wie's ist, ist es nichts', wenn ich mich mal wieder über irgendetwas beschwert habe, das ich mir früher herbeigewünscht habe. So richtig zufrieden ist man doch immer nur im ersten Moment, dann kommen nach und nach die winzigen Punkte, die einen zuerst nur ein bisschen stören und dann immer mehr. Schön blöd." Ich verzog das Gesicht. Das war wirklich eine Eigenheit, die mich oft an mir störte. Ich strebte immer nach mehr. Natürlich war das nicht verwerflich, aber damit machte mir das Leben nur selbst schwer. Ich stand mir oft selbst im Weg. Genauso wie die Tatsache, dass ich mich oft nicht mit Dingen abfinden konnte, die nicht zu ändern waren. Meine Kinderlosigkeit hatte mich stets sehr belastet, aber es war nun einmal immer ein großer Wunsch von mir gewesen, ein Fohlen zu bekommen. Und je aussichtsloser das gewesen war, desto größer wurde die Sehnsucht. Schon seltsam, oder?
Ich schüttelte bedauernd den Kopf, konzentrierte mich wieder auf Belfast, der meinem Vorschlag offensichtlich gerne zustimmte. "Wunderbar", kommentierte ich. "Ich glaube, es geht da lang", meinte ich und deutete vage in eine Richtung, setzte mich dann auch sofort in Bewegung, ganz langsam nur, bis der graue Hengst zu mir aufschließen konnte. "Was meinst du, was uns dort erwartet?", fragte ich ihn und warf ihm einen neugierigen Seitenblick zu.
Von zu Hause konnte ich ja schließlich Chaos und Familienfehden en masse. Nie war auch nur irgendetwas normal gelaufen. Ständig hatte sich Haroons Familie gegenseitig bekriegt und in die Pfanne gehauen. Jeder hatte stets geglaubt, zu kurz zu gekommen und hatte seiner lieben Verwandschaft nichts gegönnt. Haroon hatte sich zum Glück immer ein bisschen rausgehalten. Ihn hatte das alles nicht so sehr interessiert, für ihn war unsere kleine Familie am wichtigsten gewesen. Und meine eigenen Eltern und meine Schwestern? Wir hatten sehr aneinander gehangen. Natürlich waren auch mal die Fetzen geflogen und meine Eltern hatten so ihre Problemchen miteinander gehabt und diese auch gerne mal an uns ausgelassen - aber das war schließlich normal, jedenfalls meiner Meinung nach. Und als meine Mutter gestorben war, war für uns alle eine Welt zusammengebrochen. Ich hatte auch nicht fassen können, gleich zweimal innerhalb von so kurzer Zeit solch einen Verlust ertragen zu müssen.
Aber das war Vergangenheit. Jetzt war ich zwar ganz auf mich allein gestellt, hatte noch mehr verloren - aber wer wusste schon, ob ich nicht wieder etwas dazu gewinnen konnte? Ich versuchte, Optimismus zu bewahren, auch wenn das nie eine meiner besten Eigenschaften gewesen war. Ich hatte immer an mir gezweifelt, hatte stets viel Angst vor dem Scheitern und den Reaktionen anderer gehabt. Das versuchte ich langsam, aber sicher abzulegen. Es schränkte mich einfach zu sehr ein und jetzt, wo es niemanden mehr gab, der sich unwillkürlich Gedanken um mich machte, stand nur noch ich im Mittelpunkt. Ich musste das tun, was MIR gut tat, durfte mich nicht verstecken, denn sonst würde ich eines Tages aufwachen und erkennen, dass mein Leben vorbei war und ich es verpasst hatte. "Meiner Meinung nach ist ja alles möglich", beantwortete ich meine Frage nun erst einmal selbst. "Es gibt jedenfalls nicht mehr viel, was mich schocken könnte." Ich grinste schief.

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a shot in the dark
a past, lost in space

18.06.2016 13:59 Hazel ist offline Email an Hazel senden Beiträge von Hazel suchen Nehmen Sie Hazel in Ihre Freundesliste auf
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